Internationaler Brückepreis geht an:

2002 - Prof. Dr. Wladyslaw Bartoszewski

(1922 - 2015)

Prof. Dr. Wladyslaw Bartoszewski

Prof. Dr. Wladyslaw Bartoszewski erhält Internationalen Brückepreis 2002 der Europastadt Görlitz/ Zgorzelec.

Lebenslauf
geboren am 19. Februar 1922 in Warschau

Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich dem Widerstand gegen Deutschland an. Im September 1940 wurde er ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt und im April 1941 schwer krank entlassen.

Sein Studium absolvierte er an der geheimen Warschauer Universität. 1944 nahm er am Warschauer Aufstand teil. Nach kurzer Tätigkeit als Journalist geriet er ins Visier der Staates und verbrachte sechs Jahre im Gefängnis. 1955 wurde er rehabilitiert und konnte als Historiker und Publizist arbeiten. Politisch engagierte sich Bartoszewski in der Gewerkschaft Solidarność.

Nach der Verhängung des Kriegsrechts wurde er 1981 erneut inhaftiert. Dank der Hilfe einer befreundeten jüdischen Familie konnte er befreit werden. In den Folgejahren war Bartoszewski unter anderem Gastprofessor in München, Eichstätt und Augsburg. Von 1990 bis 1995 war er polnischer Botschafter in Wien.

Von Juni 2000 bis September 2001 war er Außenminister Polens.

Auszeichnungen
Bartoszewski hat sich überdies besonders um die deutsch-polnische Aussöhnung verdient gemacht und wurde 1986 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. 1997 erhielt Bartoszewski das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

Unmittelbar nach seiner Ernennung zum Aussenminister hielt er eine viel beachtete Rede im Bundestag. Darin sprach er von einem neuen Deutschland, das die Vergangenheit positiv bewältigt hat.

2005 besuchte er die Ausstellung zum Warschauer Aufstand in Turin (Italien), an dem er aktiv mitwirkte